Das Wort zum Monat Oktober 2019

Erlebnisse beim Jagen und Fischen

 

Vor der Herbstjagd mache ich mir regelmässig meine Gedanken. Wie es in den vergangenen Jahren gelaufen ist, wo alles gut ging und in welchen Momenten ich oder wir falsch gehandelt haben. Wo wir «im Schilf» ge-standen sind und wo goldrichtig. Ein wenig nachdenken wird da wohl nicht schaden, schliesslich möchte ich eine freudige und erfolgreiche Herbstjagd zusammen mit meinen Jagdkameraden erleben. Die Zeichen stimmen positiv. Unsere Wälder und Felder sind mit Rehwild gut bestückt. Wenn die Hunde laufen, sollte der Erfolg nicht ausbleiben.

 

Beim studieren sind mir zwei Erlebnisse aus der Vergangenheit eingefallen:

Im Herbst vor zwei Jahren hatte ich an der Solothurnergrenze mein absolutes Negativerlebnis. Zu zweit sassen wir auf einen schönen Rehbock an. Nachdem Geissen und Kitze aus dem Mais ausgetreten waren, fing mein Telefon an zu klingeln. Auf dem Display sah ich wer es war und ich entschloss mich diesen Anruf nicht anzunehmen. Nach dem sechsten Versuch dieser Person nahm ich ab. «Ich sehe Dich, du liegst im Kanton Solothurn», tönte es aus meinem Handy. Ich lag auf der richtigen Seite zwischen zwei hohen Kantonsmarksteinen und die Rehe standen in Bern. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die Person die Berner Wildhut und Solothurnischen Jagdbehörden über diesen Vorfall informiert hatte. Die Aussage dort war: Hätte ich nicht angerufen, hätte er im Kanton Solothurn ein Reh geschossen. Mir platzte der Kragen! Zum Glück war ich nicht alleine und hatte einen Zeugen dabei.

Das gegenteilige Erlebnis hatte ich vor Jahren beim Angeln in Schottland. Ich fand eine vielversprechende Stelle und machte ein paar Würfe. Wenig später tauchte vis-à-vis ein anderer Fischer auf. Dieser war in schöne Karostoffe gekleidet und sah aus wie in der Werbung. Wir grüssten uns und fischten gemeinsam. Nachdem ich eine Forelle gefangen hatte, sprach mich der Schotte an und entschuldigte sich sehr freundlich. Dies sei ein Privatgewässer und ich dürfe hier leider nicht fischen. Dies teilte er mir in einem so freundlichen Ton mit, als wollte er mir eine Versicherung verkaufen.

In Schottland machte ich einen Fehler und wurde höflich darauf aufmerksam gemacht. An der Solothurnergrenze machte ich nichts falsch und bekam die ganze Breitseite ab.

 

So kann es, muss es aber nicht gehen. Ich hoffe auf eine friedliche Herbstjagd 2019 und wünsche allen Weidmannsheil!

 

Mit Hundegeläut und Hörnerklang, Max Bernhardsgrütter