Das Wort zum Monat August 2019

Der Direktor der kant. Justizvollzugsanstalt Witzwil möchte offenbar auf der ca. 700ha grossen Fläche des angeschlossenen Gutsbetriebes ein totales Jagdverbot erwirken. Angeblich, weil die mit geführten Jagdwaffen ein Sicherheitsrisiko darstellen. Wie bitte? Soll das heissen, das man gewaltbereite Straftäter, denen man zu traut einem Jäger gewaltsam ein Gewehr abzunehmen, unbewacht im offenen Strafvollzug arbeiten lässt?

Wohl kaum – denn Insassen im offenen Strafvollzug haben gemäss Internetseite des Kantons üblicherweise Anspruch auf Hafturlaub, wo sie sich in aller Ruhe eine Waffe besorgen könnten.

 

Das Jagdinspektorat konnte und wollte dieses Gesuch nicht bewilligen. Nun verweigert der Anstaltsdirektor die Bewilligung für Hochsitze auf «seinem» Gelände. Dieses Hochsitzverbot sieht stark nach einer Trotzreaktion aus. Ob durch diese gewollte Beeinträchtigung der Sicherheit auch die Jäger wegbleiben, wird sich zeigen. Vielleicht ist es gerade eine Einladung für Saujäger aus dem Oberland und Emmental, die sich bis jetzt wegen der Meldepflicht für Hochsitze nicht recht hinein getraut hatten.

 

Wer aber hätte wohl die Abschüsse zur Regulierung der grössten Wildschweinpopulation im Kanton auf dem Anstaltsgelände vornehmen müssen, wenn das gewünschte Jagdverbot durchgekommen wäre? Ich glaube da wäre sicher ein kleiner Kreis auserlesener Jäger zu finden, welche sich freundlicherweise aber vor allem exklusiv zur Verfügung gestellt hätten. Zum Glück kommt es manchmal anders als man denkt! Die Berner Patentjagd soll Volksjagd bleiben, und zwar im ganzen Kanton Bern!

 

Ich wünsche euch guten Anblick und passt bitte auf, es könnte gut sein, dass ich schon irgendwo sitze!

Mathias Kunz, Präsident