Das Wort zum Monat Juni 2019

Ganz nach dem Motto:  «Fressen und gefressen werden»

 

Als Seelandranger und Jäger werde ich oft von nichtjagenden Personen zum Thema Jagd   angesprochen und befragt. Regelmässig leite ich Exkursionen zum Thema Natur und Jagd und mache mir dementsprechend viele Gedanken; über die Zukunft der Jagd, die Entwicklung und auch über den Umgang mit der nichtjagenden Bevölkerung, der stetigen Kritik. Wie schaffen wir es, dass die Jagd von einer Mehrheit der Bevölkerung befürwortet wird und uns dadurch erhalten bleibt?

 

Mein Grundsatz, meine ethische Einstellung zur Jagd ist einfach und kurz erklärt: 

  • Ich jage, weil ich Fleisch essen will
    …und so fast ausschliesslich selbst gejagtes Fleisch esse.
  • Masshalten ist zumeist besser als Übermässigkeit
    …ich erlege nur, was ich esse und nur soviel wie ich in angemessener Frist essen kann.
  • Respekt und minimale Störung
    …ich bewege mich leise im Wald: als Pirsch- und Ansitzjäger mit Stuhl und Stock. Sauber, leise und sehr effizient.

Alles andere wird in der Zukunft nicht bestehen oder wird den staatlichen Wildhütern vorbehalten sein. Leben gibt es überall, sichtbar und unsichtbar - auch wir Menschen sind nur ein Teil der Natur, das haben viele, auch Jäger, vergessen. Tiere, Pflanzen, Menschen: Lebewesen sind gleich oder sollten es sein, niemand soll sich über den anderen stellen.

 

Ein bisschen reflektieren tut nicht weh und ist angebrachter denn je. Traditionen dürfen und sollen hinterfragt und weiterentwickelt werden. Schliesslich schiessen wir auch nicht mehr mit Pfeil und Bogen. Das Zeitalter der Schreibmaschine ist vorbei. So auch die Trophäenjagd oder die Jagd auf einen Balg. Die Jagd soll kein «Hobby», keine «actiongeladene Freizeitbeschäftigung» sein. Viel eher ist die Jagd eine nachhaltige, sehr ökologische Selbsterhaltung. Ganz nach dem Vorbild vom Luchs, ganz nach dem Motto: fressen und gefressen werden.

 

Als Ranger BZWL, Seelandranger, Jäger und Naturmensch fühle ich mich verpflichtet, für die Natur mit seinen wildlebenden Tieren und Pflanzen zu handeln und zu sprechen. Und den Menschen, die vom Weg abgekommen sind, die Schönheit und Bescheidenheit von Pflanzen und Tieren wieder zu zeigen.

 

Ich wünsche Euch viel Gedanken.

Euer Hegeobmann, Beat Oppliger